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Klingen „berry" und „very" bei dir gleich? Der Unterschied zwischen /b/ und /v/

Viele Lerner haben sich mühsam den Unterschied zwischen /f/ und /v/ antrainiert – die Sache mit der Stimmhaftigkeit – und stehen dann trotzdem vor einem Wort wie berry und sagen im Grunde very. Das ist ein anderes Problem als vorher: Diesmal geht es nicht darum, ob die Stimmbänder vibrieren, sondern darum, ob sich die Lippen wirklich vollständig schließen.

Warum dieses Paar oft durchrutscht

/b/ und /v/ sind beide stimmhaft – deshalb hilft der übliche Trick „Finger an den Hals, fühl die Vibration" hier nicht weiter, denn beide Laute summen. Der Unterschied liegt in der Artikulationsart: /b/ ist ein Plosiv – die Lippen schließen sich komplett, Luft baut sich dahinter auf, dann wird sie in einem kurzen Knall freigesetzt. /v/ ist ein Frikativ – die Unterlippe legt sich leicht an die oberen Schneidezähne, ohne den Spalt vollständig zu schließen, und Luft strömt ununterbrochen hindurch, während die Stimmbänder mitschwingen. Wer aus einer Sprache kommt, in der v eher wie ein w oder ein weiches b klingt, greift im Zweifel auf den vertrauten Laut zurück.

Der Test, der wirklich funktioniert: Lässt sich der Laut halten?

Das ist der zuverlässigste Weg, die beiden zu unterscheiden. /b/ lässt sich physikalisch nicht dehnen – die Luft wird aufgestaut und in einem Stoß freigesetzt, mehr als ein abgehacktes „b-b-b" geht nicht. /v/ lässt sich dagegen beliebig lange halten, wie eine Sirene – „vvvvv" –, weil durch den Spalt ständig Luft entweicht. Probier es aus: Halte einen beliebigen Konsonanten drei Sekunden lang. Geht das, ist es /v/. Kommt nur ein kurzer Stoß heraus, ist es /b/.

Minimalpaare für gezieltes Training

Warum sich das gezielte Üben lohnt

Verwechselst du berry und very, rettet dich meist der Kontext. Verwechselst du best und vest, tauschst du einen Superlativ gegen ein Kleidungsstück – „my best" und „my vest" bedeuten etwas völlig anderes, und das Missverständnis ist größer, als es klingt. Die meisten Ausspracheratgeber behandeln außerdem nur /f/-/v/ ausführlich und erwähnen /b/-/v/ gar nicht als eigene Falle – deshalb sitzt bei vielen die Vibration für /v/ längst, während die Lippen sich immer noch komplett schließen wie bei einem /b/.

Übungsreihenfolge: erst vollständig schließen, dann bewusst einen Spalt lassen

Erst /b/: Lippen komplett schließen, kurz Druck aufbauen, dann öffnen – b-b-b wiederholen und genau spüren, wie sich „vollständig geschlossen" anfühlt. Dann /v/: Unterlippe an die oberen Zähne, diesmal aber bewusst einen Spalt offenlassen und einen durchgehenden, summenden Luftstrom hindurchschicken – vvvvv. Wechsle ein paar Mal zwischen beiden und konzentriere dich auf den einen Unterschied: Lippen geschlossen versus Lippen bewusst offen. Danach zurück zu berry-very und best-vest, mit diesem Gefühl noch frisch im Kopf.

Schließen sich deine Lippen wirklich, oder wird aus jedem v heimlich ein b? PHONO liest jeden englischen Text über die Kamera und markiert jedes Wort mit IPA, zum Vergleich mit britischer und amerikanischer Aussprache.