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Wo ist das t in „next day" hin? Der Laut, der einfach verschwindet

Es gibt ein Phänomen, das noch weiter geht als Verschleifung und Assimilation: Ein Laut wird nicht leiser und verwandelt sich auch nicht in einen anderen – er ist schlicht nicht mehr da. Du hast die Lautschrift geprüft, x-mal hingehört, und trotzdem findest du ihn nicht, weil er nie ausgesprochen wurde. Dieses Phänomen heißt Elision.

Elision ist etwas anderes als Reduktion oder Assimilation

Reduktion macht einen Laut leiser und kürzer, etwa wenn ein Vokal zum Schwa zusammenfällt. Assimilation lässt einen Laut zu seinem Nachbarn werden, etwa wenn das t in don't you zu /tʃ/ wird. Elision geht weiter: Der Laut fällt komplett weg, und die beiden Nachbarlaute werden direkt aneinandergehängt.

Der häufigste Fall: /t/ oder /d/ verschwindet zwischen zwei Konsonanten

Endet ein Wort auf einen Konsonanten gefolgt von /t/ oder /d/, und beginnt das nächste Wort mit einem weiteren Konsonanten, fällt das mittlere /t/ oder /d/ fast immer weg. Drei verschiedene Artikulationsstellen in so kurzer Zeit sind mehr, als der natürliche Sprechfluss leisten muss – also wird der mittlere Schritt übersprungen.

Die Regel: Konsonant + [t/d] + Konsonant – das mittlere [t/d] bleibt stumm. Das ist keine Nachlässigkeit, sondern schlicht nicht leistbar, wenn drei Verschlüsse in dieser Geschwindigkeit sauber hintereinander kommen sollen.

Manche Elisionen sind längst zur festen Aussprache geworden

Ein paar dieser weggefallenen Laute wurden so oft wiederholt, dass die Elision heute die Wörterbuchform ist. Auch einzeln und langsam gesprochen kommt der Laut nicht zurück:

Diese Wörter zeigen: Elision ist keine Ausnahme für schnelles Sprechen, sondern ein fester Bestandteil des englischen Lautsystems, nur unterschiedlich stark ausgeprägt.

Die zweite Art: Vokale verschwinden innerhalb eines Wortes

Neben der Konsonanten-Elision gibt es die Vokal-Elision, auch Synkope genannt – ein unbetonter Vokal taucht in natürlicher Sprache einfach nicht auf, das Wort hat weniger Silben, als die Schreibweise vermuten lässt:

Das ist der Grund, warum ein Wort, das man sich Silbe für Silbe zusammenbuchstabiert, bei Muttersprachlern immer einen Takt kürzer klingt.

Üben: erst erkennen, dann sich selbst erlauben

Auswendiglernen bringt hier wenig – diese Muster setzen sich mit genug Hörerfahrung von selbst. Hilfreich ist eine Erwartungshaltung: Bei Konsonant + t/d + Konsonant rechnest du automatisch mit einem stummen Mittellaut, bei langen Wörtern mit mehreren unbetonten Vokalen hintereinander rechnest du damit, dass einer oder zwei davon zusammenfallen. Und beim eigenen Sprechen musst du nicht jeden Laut der Lautschrift vollständig ausformen – genau das würde unnatürlich klingen.

Welcher Laut in einem Satz fällt eigentlich weg, und wie viele Silben hat ein Wort wirklich? PHONO liest jeden englischen Text über die Kamera und markiert jedes Wort mit IPA, mit britischer und amerikanischer Aussprache zum Vergleich. https://apps.apple.com/us/app/phono-english-phonetics-ipa/id6783243417