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„light" oder „right"? Eine einzige Frage entscheidet: Berührt die Zungenspitze etwas oder nicht

Viele üben /l/ und /r/ jahrelang durch reines Nachahmen und hoffen, das Gehör sortiert es irgendwann von selbst. Meist klappt das nicht, weil der Unterschied gar nicht in erster Linie eine Hörfrage ist, sondern eine sehr konkrete körperliche: Berührt die Zungenspitze das Gaumendach, oder nicht?

Kurz gesagt: Berührung = /l/, keine Berührung = /r/

/l/ ist ein Lateral. Die Zungenspitze drückt gegen den Zahndamm direkt hinter den oberen Schneidezähnen, und die Luft strömt an beiden Seiten der Zunge vorbei, während die Spitze dort verankert bleibt. Man spürt deutlich, wie die Spitze „landet".

/r/ macht das Gegenteil. Die Zungenspitze berührt nichts – sie zieht sich leicht zurück oder wölbt sich zur Mitte hin, schwebt frei im Mundraum. Die Luft strömt über die Zunge hinweg statt an ihr vorbei. Gleichzeitig runden sich die Lippen leicht und schieben sich etwas nach vorn, fast wie beim Ansetzen zum Pfeifen.

Wo die deutsche Aussprache hier besonders reinspielt

Deutsch hat kein /r/, das so gebildet wird wie das englische. Je nach Region ist das deutsche r ein Zäpfchenlaut hinten im Rachen (uvular) oder ein gerolltes r mit der Zungenspitze. Wird dieser Laut auf das englische /r/ übertragen, klingt right entweder rau und kehlig oder es entsteht ein kurzes Zungenspitzen-Antippen – in beiden Fällen fehlt genau das freie Schweben, das das englische /r/ ausmacht.

Minimalpaare, die nur diesen Unterschied isolieren

Üben Sie zuerst wieder ohne Ton nur die Form: Bei den l-Wörtern die Zungenspitze aktiv gegen den Zahndamm drücken und die Berührung spüren. Bei den r-Wörtern die Zungenspitze frei schweben lassen – nirgends Kontakt –, während sich die Lippen leicht runden. Danach zurück zu light-right, lead-read, glass-grass, jetzt mit Ton.

Selbstcheck: „right" aufnehmen und nur auf die Lippen achten

Am Anfang von /r/ sollten die Lippen sichtbar gerundet und leicht nach vorn geschoben sein – nicht so stark wie bei /w/, aber deutlich erkennbar. Bleiben die Lippen flach, und spürt man ein Antippen der Zungenspitze am Gaumen, ist das ein klares Zeichen, dass ein /l/ herausgekommen ist.

Nicht sicher, ob Ihre Zungenspitze beim /r/ wirklich schwebt oder doch berührt? PHONO liest über die Kamera jeden englischen Text und markiert jedes Wort mit IPA, mit US- und UK-Aussprache zum Vergleichen.