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schedule, herb, vase, clerk: Bei diesen Wörtern hilft keine Regel, nur Auswendiglernen

Bisher ging es um systematische Unterschiede zwischen britischem und amerikanischem Englisch: ob das r am Wortende gesprochen wird, ob can't mit /æ/ oder /ɑː/ klingt, ob das t in water weich wird, ob sich bei advertisement die Betonung verschiebt. Das sind alles Regeln — einmal verstanden, gelten sie für eine ganze Wortgruppe.

Es gibt aber eine kleine Handvoll Wörter, bei denen überhaupt kein Muster erkennbar ist. Gleiche Schreibung, aber Konsonanten, Vokale, sogar die Silbenzahl unterscheiden sich zwischen den beiden Varianten — und der Unterschied bei einem Wort sagt nichts über das nächste aus. Jedes muss einzeln gelernt werden.

schedule — sogar der Anlautkonsonant ist ein anderer

Das liegt nicht an einem gerollten r oder einem gespannten Vokal — am Wortanfang stehen schlicht zwei völlig verschiedene Konsonanten. Man kann das eine nicht aus dem anderen ableiten.

herb — Amerikanisch lässt das h komplett weg

vase — ein ganz anderer Vokal

Kein Unterschied in der Länge, sondern in der Vokalqualität selbst — sogar der Endkonsonant wechselt von stimmhaft (z) zu stimmlos (s).

clerk — sieht aus, als müsste es sich auf park reimen, klingt im Amerikanischen aber wie work

Das ist die größte Falle: Die britische Aussprache passt eigentlich zur Intuition ("er müsste wie /ɑː/ klingen"), aber Amerikanisch geht bei genau diesem Wort in die andere Richtung.

tomato, leisure, aluminium/aluminum — jedes Mal eine andere Art von Unterschied

Warum es keine Regel gibt: jedes Wort hat seine eigene Geschichte

Die systematischen Unterschiede von vorher beruhen alle auf einem einzigen, zusammenhängenden Lautwandel — wie ein Fluss, der sich in zwei Arme teilt, die aber noch in dieselbe Richtung fließen.

Bei diesen Wörtern ist das anders. Die Unterschiede stammen meist aus getrennten Entlehnungswegen, Rechtschreibreformen oder schlicht regionalem Zufall — schedule geht über zwei verschiedene historische Routen auf griechische Wurzeln zurück, ob das h in herb erhalten blieb, hängt davon ab, in welcher Welle französischer Lehnwörter es ins Englische kam, und aluminium/aluminum ist das Ergebnis eines nie ganz entschiedenen Rechtschreibstreits aus dem 19. Jahrhundert, den beide Seiten des Atlantiks unterschiedlich beigelegt haben. Es gibt keine Formel, mit der man das eine aus dem anderen ableiten könnte.

Üben: nicht nach Logik suchen, sondern eine eigene Ausnahmeliste anlegen

Bei dieser kleinen Gruppe lohnt es sich nicht, nach einer Regel zu suchen — es gibt keine. Was hilft: eine Zielaussprache festlegen, diese Wörter gezielt beiseitelegen und gegen echtes Audiomaterial üben — einmal britisch, einmal amerikanisch hören und genau spüren, ob der Unterschied im Konsonanten, im Vokal oder in der Silbenzahl liegt. Danach bei der gewählten Variante bleiben.

Gerade schedule, vase und tomato sind alles andere als selten — wer sie mischt, wirkt inkonsequenter, als wer durchgehend bei einem System bleibt.

Unsicher, worin genau sich die britische und die amerikanische Aussprache eines Wortes unterscheiden? PHONO zeigt zu jedem Wort beide IPA-Transkriptionen nebeneinander, mit einem Antippen zum Anhören — Wörter wie schedule, herb und vase bleiben nach zweimal Hören hängen.