„News" oder „Nuhs"? Das verschwindende /j/ nach t, d und n
Du sagst tune, student, news und duty seit Jahren, und trotzdem bleibt ein kleiner Zweifel: Gehört da in der Mitte ein kurzes „j" hin oder nicht? In US-Serien klingt news wie „nuhs", in britischen wie „njuhs" – beides taucht auf, ohne dass klar wird, welches wohin gehört.
Beide sind richtig, sie gehören nur zu unterschiedlichen Systemen. Das Phänomen heißt Yod-Dropping (das Weglassen des /j/) und ist neben dem gerollten r, dem can't-Vokal und dem Flap-T die vierte verlässliche Trennlinie zwischen britischem und amerikanischem Englisch.
Was dieser zusätzliche Laut überhaupt ist
In Wörtern wie diesen ist das u eigentlich kein einfacher Vokal, sondern zwei verschmolzene Laute: /j/ (der Gleitlaut, mit dem yes beginnt) gefolgt von /uː/. Diese Kombination wird manchmal „langes u" genannt. Die Frage ist nur, was mit diesem /j/ passiert, wenn es direkt auf t, d, n oder s folgt.
Britisches Englisch behält das /j/
- tune /tjuːn/, student /ˈstjuːdənt/, duty /ˈdjuːti/, news /njuːz/, Tuesday /ˈtjuːzdeɪ/, assume /əˈsjuːm/
Amerikanisches Englisch lässt es nach t, d, n fallen
- tune /tuːn/ – klingt nahe an „toon", student /ˈstuːdənt/, duty /ˈduːti/, news /nuːz/ – nahe an „nuhs", Tuesday /ˈtuːzdeɪ/, assume /əˈsuːm/
Die Regel ist einfach: Folgt auf t, d oder n dieses „lange u", verschwindet das /j/ im Amerikanischen komplett, übrig bleibt nur /uː/.
Nach s wird die Grenze unschärfer
Wörter wie suit und super behielten traditionell auch im britischen Englisch das /j/ (/sjuːt/), aber heute sagen viele Briten ebenfalls /suːt/ – dieser Teil der Regel verwischt auf beiden Seiten des Atlantiks. Die verlässliche, hörbare Grenze liegt bei t, d und n.
Warum das amerikanische Englisch es fallen lässt
Yod-Dropping ist ein echter linguistischer Fachbegriff – /j/ heißt in diesem Zusammenhang „Yod", und das Weglassen nach bestimmten Konsonanten verkürzt den Sprechweg. Das amerikanische Englisch hat diese Vereinfachung weiter vorangetrieben als das britische, besonders nach t/d/n, wo der Gleitlaut fast vollständig verschwunden ist.
Wo die Regel nicht gilt
Steht vor dem u kein t, d, n oder s, gibt es von vornherein kein /j/ zum Weglassen – blue /bluː/, food /fuːd/ und June /dʒuːn/ hatten dort nie einen Gleitlaut, beide Akzente sprechen sie gleich.
Übung: beide hören, dann eins wählen
Nimm student: erst britisch /ˈstjuːdənt/ mit dem kurzen Gleitlaut nach dem t, dann amerikanisch /ˈstuːdənt/, direkt von st nach uː ohne Zwischenstopp. Sobald beide vertraut sind, entscheide dich für dein Alltagsenglisch.
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